Nichts genügt dem, welchem genug zuwenig ist

 

Diese leider wahre Geschichte handelt von einem Vermieter, welcher an Dreistigkeit kaum zu überbieten ist.
Es wäre zum Schmunzeln, würde es uns nicht selber betreffen. So aber müssen wir in den saueren Apfel beissen und wohl oder übel den rechtlichen Weg beschreiten um  diesem Tun Einhalt zu gebieten.

 

Vorgeschichte

Eine vermeintlich sehr gute Bekannte hat uns im Frühjahr 2015 ihr Haus zur Miete angeboten, da ihr dieses als Einzelperson zu gross sei. Für uns sei ihr Haus wie gemacht; so hätten wir genügend Platz für uns, die Kinder und unsere 4 Hunde. Nachdem wir für unsere damalige Mietwohnung einen Nachfolger gefunden hatten, konnten wir den Mietvertrag unterzeichnen. Denn auch unter Freunden  sollten solche Dinge vertraglich geregelt sein, damit alles seine Ordnung hat.

 

So dachten wir....

Mietverlauf

Mitte Oktober 2015 haben wir die Liegenschaft bezogen. Unsere gute "Freundin" und Vermieterin bezog ihre Wohnung in der angrenzenden Liegenschaft, welche sie käuflich erworben hatte und sich nun im Umbau befand. Man war in engerem Kontakt miteinander, aber so, dass noch genügend Freiraum bestand. Auch an unserer Hochzeit durfte sie natürlich nicht auf der Gästeliste fehlen, an welchem sie sogar die Worte "in tiefer Freundschaft" in unser Hochzeitsbuch schrieb.

die ersten dunklen  wolken ziehen auf

Happige 500 Franken Mietzinsaufschlag pro Monat(!)  verlangt die Vermieterin, nachdem wir unseren Hund "Budy" zu uns holten. Die lapidare Begründung für die Erhöhung: Höhere Rennovationskosten bei einem Auszug.  Und damit nicht genug: Die Erhöhnung erfolgte unter Missachtung sämtlicher gesetzlichen Vorschriften erst noch rückwirkend.

Eskalation in der Weihnachtszeit

Nachdem der Referenzzinssatz im Juni 2017 gesunken war, stellten wir Ende November schriftlich ein Mietzinsherabsetzungsbegehren an unsere Vermieterin. Als Antwort darauf folgte postwendend die Kündigung wegen "unzumutbare Zustände und Emissionen" auf Ende Februar 2018.  Das Weihnachtslied "Oh du fröhliche...." bekam mit einem Schlag einen ganz bitteren Beigeschmack.

 

Statt sich auf die Weihnachtszeit einzustimmen, standen andere Punkte zuoberst auf der Agenda: Den Gang vor die Schlichtungsbehörde in die Wege leiten und auf Wohnungssuche zu gehen.

 

Es liegt wohl auf der Hand, dass man sich die Adventszeit weitaus angenehmer gestalten möchte.

Ein Sieg der keiner ist

Womit selbst wir nicht wirklich gerechnet haben, wurde anfangs Januar Wirklichkeit: Wir fanden ein passendes Objekt in Form eines Bauernhauses, in welches wir Mitte Februar einziehen konnten. Trotzdem gelangten wir an die Schlichtungsbehörde, welche anlässlich der Verhandlung vom 23. Januar 2018 die Kündigung ganz klar als rechtsmissbräuchlich taxierte. Durch den Umstand, dass wir zu diesem Zeitpunkt bereits eine neue Bleibe gefunden hatten, verzichteten wir jedoch aus naheliegenden Gründen auf die Aufhebung der Kündigung.

 

Ausserdem stellte sich heraus, dass die erfolgte Mietzinserhöhung ebenso nicht den  gesetzlichen Ansprüchen genügt, was aber ein separates, zweites Verfahren notwendig macht. Dieses Verfahren läuft derzeit und kommt am 17. April 2018 erstmals zur Verhandlung.

Jetzt wirds schmutzig - oder doch ein verspäteter Aprilscherz?

Mehr als 1 Monat nach der ordnungsgemässen Abgabe geht diese Rechnung ein
Mehr als 1 Monat nach der ordnungsgemässen Abgabe geht diese Rechnung ein

Schön wärs, wenn Letzteres der Fall wäre. Aber es ist traurige Realität. Das Haus wurde am 1. März ordnungsgemäss im Beisein einer Vertreterin des Mietverbands abgegeben. Die Vermieterin glänzte durch Abwesenheit und entsandte stattdessen einen Bauverwalter. Es ist noch anzumerken, dass der Bauverwalter wohl ein Abgabeprotokoll erstellt hat, dieses jedoch nicht von uns unterzeichnet wurde.

 

Mehr als 1 Monat nach der erfoglen Abgabe erreicht uns ein Paket, dessen Inhalt ein Ordner mit geschätzten 200 Fotos ist. Als Sahnehäubchen auf dieser ungeniessbaren Torte trohnt eine Rechnung über den sagenhaften Betrag von Franken  34'896.35 (in Worten: vierunddreissigtausendachthundertsechsundnenuzig) für die Renovation der Liegenschaft.

Und die Moral von der Geschichte?

das wissen wir noch nicht. Aber wir halten euch an dieser Stelle auf dem Laufenden.

 

 

Kommentare: 4 (Diskussion geschlossen)
  • #1

    Christine Laube (Dienstag, 10 April 2018)

    Wünsche euch viel Kraft,Durchhaltewille und das Gerächtigkeit siegt.Alles Gueti.

  • #2

    Marianne Zipperle (Dienstag, 10 April 2018 14:00)

    Das glaube ich jetzt nicht. Die Rechnungen sind sehr undifferenziert und Wasserschäden übernimmt die Gebäudeversicherung. Also ich war diverse Mals in Eurem Haus und konnte keine Schäden entdecken. Also das habt Ihr jetzt wirklich nicht verdient. Toll das Ihr was neues gefunden habt. Durchhalten

  • #3

    Cecile von Burg (Dienstag, 10 April 2018 17:47)

    Das tut mir unendlich leid für euch��So eine schweinerei...Die Dame will sich an auch bereichern���ich wünsche euch von ❤️zen viel Kraft❣️❣️❣️

  • #4

    Christine Zimmermann (Dienstag, 10 April 2018 21:15)

    Das ist eine Schweinerei aber so lernt man Freunde richtig kennen. Ich wünsche Euch viel Kraft und durchhalte Wille und dass es gut kommt.